24.03.2016

Brandschutz für Stahlbeton

 
Stahlbeton hat hervorragende Eigenschaften gegenüber Brandeinwirkungen. Im Neubau kann Stahlbeton so bemessen werden, dass er selbst extreme Brandeinwirkungen übersteht. Bei Sanierungen oder Nutzungsänderungen von älteren Betonbauwerken, z.B. mit Stahlbetonrippendecken, kommt es immer wieder zu der Problematik, dass die Betonüberdeckung der Bewehrung nicht mehr den Anforderungen des baulichen Brandschutzes entspricht. Im Brandfalle würde durch die Erhitzung im Inneren des Betons die Wirkung der Bewehrung nachlassen und es durch die verschiedenen Wärmeausdehnungskoeffizienten zu Abplatzungen und Schäden am Beton kommen. Die Tragfähigkeit des gesamten Bauwerks kann darunter leiden und bereits während der Evakuierungs- und Löscharbeiten zur Gefahr für die Menschen im Gebäude werden. Neben verschiedenen Brandschutzmaßnahmen, wie Verkleidungen, Dämmungen, Putze oder der zusätzlichen Applikation von Beton zur Erhöhung der Betonüberdeckung der Bewehrung, kommen in den letzten Jahren vermehrt Brandschutzanstriche bzw. Beschichtungen zum Einsatz. Diese Systeme basieren auf der intumeszierenden Wirkung der Materialien. Im Brandfall schäumen diese Materialien auf und unterbinden bereits hier durch Energieentzug eine Überhitzung des Betons. Zusätzlich wird durch die entstehende, mehrere Zentimeter dicke Dämmschichte die Brandlast vom Beton und dem Bewehrungsstahl abgehalten. Europäische normative Regelungen erlauben mit solchen Systemen die Berechnung einer theoretischen Betondeckung, wie sie sonst nur durch zusätzliche massive bauliche Maßnahmen (z.B. Spritzbeton) möglich wären. Der Vorteil dieser Anstriche bzw. Beschichtungen liegt auf der Hand: - keine statische Belastung: bei Auftragsmengen von unter einem kg/m² werden theoretische Betondeckungen von über 20 mm erreicht, dies würde eine zusätzliche Belastung des Bauwerks von über 30 kg/m² bedeuten. - geringer Aufwand: im Airless-Spritzverfahren applizierbare Systeme erlauben eine Flächenleistung von mehreren hundert m²/Tag. - schnelle Nutzung/kurze Bauzeiten: nach wenigen Stunden sind diese Systeme durchgetrocknet und einsatzbereit - kein Verlust der Raumhöhe durch Dämmungen oder Verkleidungen: Die Schichtdicken bewegen sich von 0,7 bis 3 mm. Neben der Brandschutzwirkung werden noch Nebeneffekte, wie zum Beispiel eine CO2 - bremsende Wirkung, sowie eine mögliche farbliche Gestaltung erzielt.
Dauer: 24:31
Referent: Rainer Planer
Firma: Sika
Veranstaltung: FARBEUNDLACK // KONFERENZ
Ort: Kassel
Veranstaltungsdatum: 26.11.2014